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Jugendserie in Springe - Berichte


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Jugendserie in Springe

Wenn Jochen Krehnke ruft, dann folgen alle

Ich kenne wenige Menschen, die so viel Begeisterung für das Schachspiel erzeugen können wie Jochen Krehnke. Dort wo er auftaucht folgen die Kinder dem Schachspiel so wie in der Sage die Kinder Hamelns dem Flötenspieler folgten. Jochen ist also ein "Rattenfänger in Sachen Schach". Das war auch bei der Jugendserie in Springe wieder zu bewundern, wo er mal eben 150 Teilnehmer mobilisierte. Es wären sicherlich noch mehr geworden, doch das Schulgebäude und das Schachmaterial setzten hier Grenzen, sonst hätte Jochen bestimmt auch seinen eigenen Teilnehmerrekord aus dem Jahre 2003 mit 217 Teilnehmern in Gefahr bringen können.

Was braucht es für eine gute Jugendserie:

1. Nerven wie Drahtseile bei der Anmeldung
Die Anmeldung ist doch immer wieder ein Quell der Missverständnisse und die lange Schlange bei der Einschreibung lässt sich wohl nie ganz vermeiden. Wenn nicht jeder einzeln eincheckt und wenn nicht so viele Spieler nachgemeldet werden, dann läuft das, wie man in Springe sehen konnte, doch recht glatt.

2. Gute Schiris
Ein guter Schach-Schiri ist kaum zu sehen, aber wenn er gebraucht wird ist er da und entscheidet. Es gilt das "Nichteinmischungsprinzip". Und so war das auch in Springe. Die schwierigste Situation gab es wohl im U-14 Turnier. Mattsetzen, obwohl beide Plättchen gefallen waren. Klarer Fall für Michael Engelking (SV Springe). Matt beendet die Partie, denn vorher hatte ja keiner der Spieler den Fall des Plättchens reklamiert (Nichteinmischung).

3. Helfende Hände
Brötchen schmieren, Getränke verkaufen. Aufbauen, abbauen, Material besorgen usw. Alles war in der Zeit da und kostenlose Verpflegung für die Betreuer habe ich auch noch nicht erlebt.

4. Einen schönen Abschluss
Was ist ein Turnier ohne einen schönen Abschluss, und wie soll der Abschluss gestaltet werden. In den Turnieren der kleinen ist das besonders wichtig. Na klar, wer einen Pokal gewinnt, der wartet gern, aber wer sich vielleicht mehr zugetraut hat und enttäuscht ist, der sollte insgesamt einen positiven Abschluss mitnehmen. Jochen hat in der U7/U8 sehr gefühlvoll die großen Sieger geehrt und die Verlierer getröstet. Fahrer, Betreuer und Eltern müssen dies mittragen, sonst bekommt eine runde Veranstaltung am Schluss einen negativen Touch.

Für mich und meine Amateurgruppe aus der Schulschach AG des Scharnhorstgymnasiums war das eine tolle Jugendserie und wir kommen gerne wieder, wenn der "Rattenfänger in Sachen Schach" wieder ruft.

Werner Freier


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Jugendserie Schachturnier 21.1.2012 in Springe

Springe macht seinen Ruf als Schach-Hochburg alle Ehre. Fast 150 Kinder und Jugendliche waren am vergangenen Samstag in Springe zum geistigen Wettkampfsport. In acht Altersgruppen (U7, U8, U9, U10, U11, U12, U14, U16) wurde um die Siegerehrung gekämpft. Dies war das 132. Turnier der Jugendserie, die seit 10 Jahren über ganz Niedersachsen verteilt stattfindet. Springe war 2003 zum
ersten Mal Gastgeber; Zentrum ist jedes Mal das Otto-Hahn-Gymnasium.

In dem Grußwort des Bürgermeisters Hische - der im Übrigen begeisterten Hobby-Schachspieler ist - hieß es: Er drückte Zustimmung aus, dass es gelungen ist, dieses Turnier wieder nach Springe zu holen. Weiter führte er aus: "Das über 2000 Jahre alte Schachspiel ist erst seit dem 13. Jahrhundert in Europa angekommen." (u.a. aus China, Indien, Persien) "Strategie- und Taktikspiel, das heute noch Menschen aller Altersgruppen fasziniert und in seine Bann zieht und was ich am faszinierendsten dabei finde - ohne Elektronik auskommt. Auch wenn es schon hochentwickelte Schachcomputer gibt, steht bei dem
Spiel nach wie vor die Auseinandersetzung mit den taktischen und strategischen Gedankengängen des Gegners im Vordergrund."

Unter der Federführung Schulschachakademie am Deister wirkten bei der Turnierleitung die SG SF Eldagsen/SC Bad Münder, der SV Springe, der Hamelner SV, der SK Gronau und der Hildesheimer SV; und gleich als Werbung für das Schachspiel gleich vier Vorsitzende von Schachvereinen: Vom Hamelner SV Kurt Pape, vom SV Springe Michael Engelking, vom SF Eldagsen Hans-Ulrich Weber und Jochen Krehnke von der Schulschach-Akademie am Deister.

Viele Eltern der schachbegeisterten Kinder halfen bei der Durchführung und sorgten für das leibliche Wohl in Form eines Bistros. Die Vereine zeigten in ihrer Aktivität, dass es intensiver, gemeinsamer
Jugendarbeit Aller bedarf. Unter den Schachvereinen darf es fairen Wettbewerb geben, aber keine Konkurrenz; dies wurde hier gezeigt.

Die jugendlichen Schachspieler kamen aus dem Umfeld Springe, Hameln, Hildesheim, Hannover und sogar aus entfernteren Regionen wie Braunschweig, Goslar, Bremen, Paderborn und Bielefeld. Die meisten Pokale wurden in die Ferne vergeben. Bei Jugendlichen stehen Sieg und Niederlage eng beieinander. Erwähnenswert ist in der U10 der Sieg von Jan Helmer (Hamelner SV, vormals Schulschachakademie am Deister) und in der U16 wurde Yannick Koch (Hamelner SV) Sieger.

Jochen Krehnke